wie es ablief

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wie es ablief

Beitrag  x-ray am Fr Dez 16, 2011 12:19 am

Bitte jetzt keine Romane (damit würden wir nur die Voyeure anlocken), aber mich würde in Stichworten schon interessieren, wie es ablief: Musstet Ihr zB warten/schmoren ("Na warte, wenn Papa nach hause kommt"), musstet ihr das Schlaginstrument selber holen etcetc. Bei mir war es so: Strafe sofort. Griff in die Schublade, übers Knie, und dann gings los, und nicht zu knapp. Pro Vokal ein Schlag: "Und wenn Du nicht hö-ren willst mein lie-bes Kind..." usf, Schläge mit einer Ausnahme immer von der Mutter. Ein Detail allerdings war besonders erniedrigend: Es wurden mir vorher fast immer die Hosen runtergezogen. Selbst dünnste Frotteeschlafanzughosen, die nun wirklich nix abhielten. Und wenn ich es so Revue passieren lasse: Die Nacktheit war eigentlich fast noch fürchterlicher als die Prügel selber. Die Entblößung, Entwürdigung - noch heute schauder ich da.

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Re: wie es ablief

Beitrag  Huck am Fr Dez 16, 2011 12:45 am

ich glaube wir haben da sehr ähnliche Erfahrungen gemacht, mt dem Unterschied, dass es bei mir der hauptsächlich der Vater war, nicht die Mutter. Ja die Nacktheit war demütigend, aber noch demütigender war es wenn es Zuschauer gab (Verwandte, nachbarn oder auch völlig fremde). Wenn ich daran denke das auch mit anderen Erwachsenen in meinem Beisein darüber gesprochen wurde (nach dem Motto: "Ja mit unserem Sohn mußte ich auch erst gestern wiedermal eine handfeste Unterhaltung führen, das war schon lange überfällig..." dann möchte ich bei dem Gedanken daran noch heute vor Scham im Boden versinken.

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Re: wie es ablief

Beitrag  x-ray am Fr Dez 16, 2011 12:48 am

Also, was den Punkt "Zuschauer" betrifft: da muss ich meine Eltern, nunja, "loben" (haha): das wurde immer unter vier Augen geregelt nur die Brüder konnten zuschauen, waren eh meist gemeinsam mit mir "fällig". Sie hat sogar Fenster zugemacht und Gardinen vorgezogen.

Allerdings: Geredet wurde denn doch öffentlich drüber. Wie Du es schilderst: "Unser kleiner hier war gestern so frech, da musste mal wieder der Kochlöffel tanzen" oder so ähnlich. haben aber alle Erwachsenen gleich drüber geredet, denn alle Kinder bekamen es ja. (70er, in Nähe einer norddeutschen Kleinstadt, Dorfumgebung)


Zuletzt von x-ray am Fr Dez 16, 2011 12:55 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: wie es ablief

Beitrag  Huck am Fr Dez 16, 2011 12:53 am

Ja...Fenster zumachen..... das hatte ich schon ganz vergessen.... vater kommt mit Gürtel oder Kochlöffel in mein Zimmer und macht erst mal das Fenster zu... und mein Puls beginnt zu rasen... und dann noch ein Fünkchen Hoffnung dem ganzen durch einlenken oder durch entschuldigen zu entgehen... aber meistens ohne Erfolg.... ich darf nicht dran denken, mir wird gerade schlecht

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Re: wie es ablief

Beitrag  caro am Fr Dez 16, 2011 1:18 am

entsetzlich, was hier alles berichtet wird. Alles kommt wieder hoch. Die spezielle "Methode" meiner Eltern sagte ich schon. In der Woche wurde Strichliste geführt, und Sonnabends dann antanzen zum Versohlt-werden. Das war sowas von erniedriegend. Wir mussten uns nacheinander übern Stuhl legen und bekamen es mit der Martinet. Das ist so ein Flederwisch mit mehreren Striemen dran, wurde in Frankreich wirklich als Prügelinstrument verkauft. Zog schlimm. Und...nee, ich gehe erstmal offline.

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Re: wie es ablief

Beitrag  schnobbl1234 am Fr Dez 23, 2011 7:55 am

Bei uns auch immer mit Hosen runter, bis 11 für den Kochlöffel übers Knie gelegt, danach bis 15 über die Sessellehne im Wohnzimmer für den Rohrstock. Und es war vollkommen normal. Meine Eltern haben da offen und ohne Scham mit anderen darüber geredet.

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angst

Beitrag  angst am Fr Dez 23, 2011 12:32 pm

das war sehr unterschiedlich
als ich ganz klein war wurde mein kopf zwischen die knie geklemmt und los gings...
oft war die drohung wenn wir unterwegs waren, dass es zu hause was geben würde....oft wenn wir was kaputt gemacht haben wussten wir dass es soweit sein würde wenn sie wieder da sind
ganz oft kams einfach plötzlich..etwas passierte, was das fass zum überlaufen brachte
dann kamen die prügel..mit stock, gürtel, schlauch, kabel, schuhen...oft auf den hintern manchmal am ganzen körper ins gesicht...faustschläge
ich kann nicht mehr, sorry...muss aufhören

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Re: wie es ablief

Beitrag  x-ray am Fr Dez 23, 2011 1:58 pm

Hallo "angst" (darf ich sagen, dass mich dieser Nick schmerzt?)

Hier http://wirwurdengeschlagen.forumieren.com/t13-notfallnummern falls wichtig!

Stell, sofern Verjährungsfristen noch eingehalten werden können, sofort Strafanzeige!

Icxh versuche, morgen Mittags online zu sein. mail mich an. Du kannst Dich hier mit einem Zweit/Alias-Mailaccount anmelden...

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Re: wie es ablief

Beitrag  Aua am Mo Dez 26, 2011 9:22 am

angst schrieb:das war sehr unterschiedlich
als ich ganz klein war wurde mein kopf zwischen die knie geklemmt und los gings...
oft war die drohung wenn wir unterwegs waren, dass es zu hause was geben würde....oft wenn wir was kaputt gemacht haben wussten wir dass es soweit sein würde wenn sie wieder da sind
ganz oft kams einfach plötzlich..etwas passierte, was das fass zum überlaufen brachte
dann kamen die prügel..mit stock, gürtel, schlauch, kabel, schuhen...oft auf den hintern manchmal am ganzen körper ins gesicht...faustschläge
ich kann nicht mehr, sorry...muss aufhören
Ich hoere wieder meine eigenen schreie, die uebelkeit, der geruch von schweiss der gestank von alkohol, der rauchgeladene atem. Ich habe ein paarmal das zittern bekommen wieder in dieses loch zu gehen, aber nur wenn man es ausspricht kann man da durch du bist nicht allein. Hugs fuer dich in schwesterlicher liebe. :-)

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Re: wie es ablief

Beitrag  Ssshe am Fr Feb 03, 2012 10:39 am

Guten Abend,

oft mußte ich damals meinen Rock hoch ziehen und mich über einen Stuhl legen, damit mein Vater mir mit dem Tebichklopfer den Hintern verhauen konnte. Ich glaub ich schrie manchmal wie am Spieß, so das meine Eltern mich an den Haaren wieder hoch zogen und statt dessen mit etlichen Ohrfeigen bestraften. Die bekam ich dann aber von der Mutter und zwar tüchtig. Keine Ahnung, was ich in diesen Momenten fühlte, schreien konnte ich jedenfalls nicht mehr, das Klatschen der Ohrfeigen übertönte alles. Beim ersten mal, als es so ablief war ich wohl so acht oder neun Jahre alt, vieleicht aber auch schon zehn. Davor kannte ich die Ohrfeige nur vereinzelt zur Abmahnung.
Jedenfalls war mir nach dieser Erfahrung klar, das meine Eltern mich nicht nur bestrafen wollten, sondern auch einfach nur ihren Frust an mir ablassan. Ich versuchte zwanghaft, beim nächsten Hinternvoll, nicht mehr zu schreien, um mir die schrecklichen Ohrfeigen zu ersparen. Zu meinem Pech gab es aber immer öfter eine gezielte Serie von Ohrfeigen in mein Gesicht.
Ich wurde zwar nie blutig geschlagen, aber eine starke Rötung und (leichte) Schwellung war mir danach sicher. Blaue Flecken hatte ich manchmal auch auf den Wangen, besonders wenn meine Mutter Ringe trug oder mir zusätzlich noch in die Wange kniff. Es war mir so unheimlich peinlich, die Strafe im Gesicht zur "Schau" zu tragen, ganz abgesehen von den Schmerzen, die noch lange anhielten: erst brennt es unerträglich, danach fühlte sich alles furchtbar heiß an, um dann in eine Art starken Jucken überzugehen, was dann ziemlich lange anhielt.
Einpudern, war ein guter Vorschlag einer Freundin, der ähnliches widerfuhr. Zumindest sah man die Spuren dann nicht so im Gesicht, aber es juckte nur noch mehr auf meinen Wangen.

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Re: wie es ablief

Beitrag  x-ray am Mo Feb 06, 2012 6:14 am

@ sshe

ächz, so genau wollte ich es gar nicht wissen, wobei ich das per Threadtitel natürlich herbei provoziert habe. Absolut übel. Und wirklich noch um ein deutliches übler als das, was ich erlebt habe. Wobei ich, siehe meine Auseinandersetzung mit seagull, mich frage: Muss man hier abstufen? Schwierige Frage! Manxchmal sitze ich da und denke: ich mit meinem Käsekuchenkochlöffel. Und manchmal denke ich: hey hey, ich habe auch was erlebt, ich habe keinen Bock, dass das jetzt klein geredet wird.

Das betrifft, ich möchte das Thema jetzt mal ganz deutlich ansprechen, insbesondere die Diskussion rund um die Heimkinder 50er, 60er. Bitte recht verstehen: ich finde es super, dass jetzt -endlich, und viel zu spät und zu lau! - darüber geredet wird. Und was den Heimkindern angetan wurde, war furchtbar. Den Folgerungen verweigern sich die sog. Träger, kirchlich oder weltlich, egal, bis heute.

Aber ich habe so ein wenig den Verdacht, dass die Heimkinderdebatte zT auch Alibifunktion erfüllt. Wenn ich lese "Schläge mit dem Stock, eingesperrt in dunkle Räume" etcetc...sorry, aber da muss ich sagen: DAS kenne ich auch! Nicht im Heim. Sondern im trauten Akademikereigenheim. Natürlich habe ich, anders als die nur gequälten Heimkinder, auch anderes erlebt - siehe seagull-Debatte. Aber wenn im Rahmen der Heimkinderdebatte gesagt wird "huch huch, da wurde ja noch mit Stöcken, Kochlöffeln oder ähnlichem geschlagen", kommt mir schon ein leis gequältes Lächeln hoch. Denn inmitten der herrlichsten antiautoritären 70er geschah mir Akademiker-Sohn im Eigenheim das, was den meisten Akademiker/Eigenheim-Söhnen und -Töchtern inmitten der herrlichst-antiautoritären 70er eben auch geschah...

@ Heimkinder: Wir sollten uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Ich bin nicht gegen Euch. ich bin aber gegen den Gebrauch, der jetzt, nach Jahrzehnten, von Eurem Leiden gemacht wird.

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